Mit Hund in Edinburgh

Nicht optimal aber machbar: mit Hund in Edinburgh - und dann auch noch, wenn neben unzähligen anderen Festivals auch das größte Kulturfestival der Welt, "The Fringe" stattfindet!? Die ganze Stadt ist Theater, Musik und Kabarett, die Straßen sind voll mit Gauklern und Performern, entsprechend viele Menschen sind unterwegs, es wird applaudiert, geweint, gelacht, kurz: es wird gefeiert.

Doch die Briten sind so hundefreundlich, dass wir auch diese Stadt und ihr großartiges Festival meistern können, aber Nala wird unsere Meinung, dass es sich bei diesem Tag um ein "Highlight des Urlaubs" handelte, definitiv nicht teilen.

Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich am Ende des Tages das dringende Gefühl hatte, diese schöne Stadt unbedingt nochmal ein paar Tage ohne Hund besuchen zu müssen, um in Ruhe flanieren, besichtigen und shoppen zu können. Und vor allem, um all die urigen Pubs, die schönen Restaurants und stilvollen Cream Tea-Locations testen zu können. 

Ein Tag Sightseeing mit Hund in Edinburgh

Ich kann es nicht oft genug sagen: Edinburgh ist wunderschön. Die schottische Hauptstadt ist nach Glasgow die zweitgrößte Stadt des Landes und teilt sich in Old und New Town auf -beide Teile gehören zurecht!- zum UNESCO-Kulturerbe.

Toller Ausblick vom Edinburgh Castle -leider ohne Hund

Überragt wird die Schöne von ihrer Burg, dem Edinburgh Castle, das unzählige Male überrannt zertrümmert, abgeräumt und wiederaufgebaut wurde.

Hier starten wir unseren Edinburgh-Tag -respektive unsere Edinburgh-Stunden. Auf dem Platz vor dem Castle, der Esplanade, sind die riesigen Tribünen für das Royal Edinburgh Military Tattoo, einem stark von militärischer Musik geprägten Musikfestival, aufgebaut. Die Burg verschwindet quasi hinter den blauen Plastiksitzen des Tattoo.
Da Hunde im Edinburgh Castle nicht erlaubt sind, teilen wir uns auf und besichtigen die sehr sehenswerte Burg sowie seine gewaltige Burganlage nacheinander. Die Website zum Edinburg Castle gibt einen sehr guten Überblick, was alles besichtigt werden kann. Mich persönlich haben das Military Prison und die Great Hall fasziniert, vor allem aber hat man von den Außenanlagen einen großartigen Blick über Edinburgh. Dieser Blick alleine lohnt schon den Eintritt ins Castle.

Überall Theater: Royal Mile - Princes Street Garden - Princes Street - Waverly St.

 Nach unseren jeweiligen Burg-Besichtigungen schieben wir uns durch die Royal Mile, die Straße, die die Burg mit dem Holyrood-Palast, die Residenz der Royal Family in Edinburgh, verbindet. Der Straßenzug ist tatsächlich ziemlich genau eine Meile lang. Links und rechts der Mile finden sich Tartan- und Whiskey Shops, Souvenirläden und Pubs. In der Straße selbst gibt es dank "The Fringe" sehr viele Künstler sowie noch mehr Menschen, die diesen Künstlern zuschauen.

Deshalb verlassen wir die Royal Mile recht bald, biegen links ab und kommen über steile Treppen zum Princes Street Garden. Hier sind wir zwar auch nicht alleine, aber wir haben nicht bei jedem Schritt Sorge um Nalas Pfoten. Ein paar Extrarunden auf dem Grün des Parks entschädigen sie zumindest ein bisschen für die Enge der Royal Mile. Auch im Park sind überall Vorführungen. Es ist wirklich wahr, die ganze Stadt ist eine Freilichtbühne.

Zudem gibt es im Park eine Art "Fressmeile". Aneinandergereihte Buden verkaufen Essen jedweder Geschmacksrichtung. Sitzen können wir auf Bierbänken oder einer Art von Picknicktischen. Und da das Ganze unter freiem Himmel und der typisch strahlenden schottischen Sonne aufgebaut ist, darf Nala dabei sein.

Der Princes Street Garden endet an The Mound auf unserem Weg vorbei an der Royal Scottish Academy und der Scottish National Gallery können wir schon den Bahnhof Waverly Station erahnen, der unter einer riesigen Glashaube versteckt ist.

Hundeglück am Calton Hill

Mit Erreichen der Waverly Station ist es vorerst vorbei mit dem Grün um uns herum. Wir passieren das imposante Hotel "The Balmoral" und halten uns links Richtung Calton Hill. Nach einigen Asphaltmetern beginnen wir den langgezogenen Aufstieg auf einen der "Hausberge" Edinburghs. Der Blick von Calton Hill auf Edinburgh ist fantastisch. Und das Beste ist das viele Grün auf dem Hügel. Nala kann rennen wie sie möchte, sich wälzen und nach Herzenslust schnuppern. Natürlich ist der Hügel nicht als Auslaufplatz für genervte Touristenhunde gedacht, aber die Menschen um uns herum erfreuen sich an Nalas Begeisterung und genießen ansonsten selbst die Aussicht.

Am Calton Hill halten wir uns länger als gedacht auf, es wird schon dämmerig, als wir ihn in einem großen Bogen nach Südwesten verlassen. Für den Aufstieg zum Arthur's Seat ist es jetzt leider zu spät. Wir überqueren die North Bridge und tauchen wieder ein in die Gassen von Old Town, bewundern die Pubs am Cowgate und beenden unseren Tag in Edinburgh mit dem ganz dringenden Bedürfnis unbedingt bald wiederkommen zu müssen.

 

Tatsächlich teilt sich unsere Reisegruppe einige Tage später, und der weibliche Teil reist ohne Fellbegleitung nochmal nach Edinburgh. Wir genießen die vollen Straßen und The Fringe in vollen Zügen, amüsieren uns königlich im Austentatious Impro-Theater, stöbern durch kleine und große Läden und nehmen unseren Afternoon Tea bei Jenners ein. Waverly Station nutzen wir heute als (zufriedene!) Kunden von Scottish Rail.